Wir haben als Raunheimer OV von Bündnis 90/Die Grünen eine Fahrradtour durch den Raunheimer
Wald unternommen. Begleitet und beraten wurden wir von Anja Laxa, einer an der Waldakademie
von Peter Wohlleben ausgebildeten Waldführerin.
Zu Beginn unserer Tour erklärte sie uns, dass das im Wald verbleibende Totholz eine sehr wichtige
Rolle für die Funktion des Waldes einnehme. Es speichere Wasser und helfe hiermit auch während
der derzeitigen Hitzephasen. Zur Abkühlung und den Erhalt des Waldes sei auch ein möglichst
geschlossenes Blätterdach sinnvoll. Denn an den Rändern, und das gilt auch für die Ränder an
Waldwegen, seien die Bäume anfälliger für Schädigungen durch Wind, Hitze und Schädlinge.
Deshalb würden in Naturreservaten die Bäume nicht beschnitten, sondern lediglich Warnschilder
angebracht.
Der nächste Stopp während unserer Tour war im Bereich eines im letzten Jahr angelegten
sogenannten „Blühstreifens“ im Wald. Von Wildblüten war nichts zu sehen. Allein das in allen
Pflanzenteilen hochgiftige Jakobskreuzkraut war auf dem Randstreifen sichtbar. Anja Laxa erklärte
uns, dass ein Mulchen mit anschließender Direktsaat nicht sinnvoll sei, da es im Wald zu schattig
sei und Blühpflanzen deshalb nicht gedeihen könnten. Außerdem gebe es auf Magerwiesen, die im
Wald üblich seien, keine Blühpflanzen. Sie beschrieb uns darüber hinaus den negativem
Nebeneffekt der Bearbeitung des Wegrandes. Durch die Befahrung mit schweren Maschinen
komme es zu einer Verdichtung des Waldbodens mit den entsprechenden Folgen in Bezug auf zum
Beispiel Luft- und Wasserleitfähigkeit.
Auch der Umgang mit der „Spätblühenden Traubenkirsche“ wurde thematisiert. Diese
Traubenkirsche ist eine Pflanze, die aus Amerika nach Europa gebracht wurde und sich hier stark
verbreitet hat. Diese Pflanze wurde auch schon in Raunheim aus dem Wald entfernt. Frau Laxa
machte jedoch darauf aufmerksam, dass die Pflanzen von selbst eingehen würden, wenn die
einheimischen Bäume hoch genug seien und durch Überwachsung der Traubenkirschen ihr das
Licht wegnehmen würden. Bei der Entwicklung der jungen Bäume spiele sie wiederum eine
positive Rolle. Sie unterstütze die Jungpflanzen von Buchen und Eichen in ihrem langsamen
Wachstum, da sie den notwendigen Schatten für die Entwicklung spende. Die Entwicklung von
Schattenbäumen nehme zwar mehr Zeit in Anspruch, aber die Bäume würden hierdurch kräftiger
und widerstandsfähiger. Somit helfe die Traubenkirsche bei der Waldentwicklung.
In Bezug auf die Neuanpflanzung von Bäumen wies Anja Laxa darauf hin, dass innerhalb von rund
10 Jahren 95% der Bäume eingehen würden. Das liege unter Anderem daran, dass es nur eine
begrenzte Anzahl von Baumschulen gebe, die die Bäume für die Forstwirtschaft züchten würden.
Deshalb seien die Bäume nicht ausreichend an die örtlichen Bedingungen angepasst. Denn Pflanzen
würden standortspezifische Informationen auch über das Erbgut weitergeben. Deshalb sei es
sinnvoll, ortsnahes Saatgut zu nutzen.
Auffällig war bei einem Halt in der Nähe des „Hähertisches“, dass rund um eine Eiche mehrere
kleine Eichenpflanzen sichtbar waren. Frau Laxa erläuterte uns hierzu, dass Elternbäume ihre
Jungbäume in der direkten Umgebung durch die Abgabe von Zucker im Wachstum unterstützen
würden. Zum „Hähertisch“ führte sie aus, dass dessen Höhe etwas ungünstig gewählt sei. Eine
größere Höhe würde die Tiere besser vor Fressfeinden schützen. Darüber hinaus wäre es sinnvoll,
den Tisch regelmäßig zu befüllen, auch damit die darin befindlichen Samen wiederkehrend im Wald
verteilt würden.
Durch diese Tour haben wir einige neue und interessante Dinge über unseren Wald und eine
nachhaltige Waldwirtschaft erfahren. Wir danken Frau Laxa ausdrücklich für ihre spannenden
Erläuterungen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen der Stadtverordnetenversammlung, liebe Raunheimer Mitbürger und Mitbürgerinnen,
das STADTRADELN hat sich in den vergangenen Jahren zu einer erfolgreichen Veranstaltung für Klimaschutz, Gesundheit und nachhaltige Mobilität entwickelt. Die Hessische Landesregierung denkt über eine mögliche Einstellung der Landesförderung ab 2027 nach, was möglicherweise dazu führen könnte, dass sich viele hessische Kommunen dieses erfolgreiche Event finanziell nicht mehr leisten können.
Deshalb haben wir eine Resolution erstellt, die wir bei der kommenden Stadtverordnetenversammlung im August auf die Tagesordnung bringen möchten. Gemeinsam könnten wir hier ein starkes Signal an die Hessische Landesregierung senden und uns für den Erhalt des STADTRADELNS und einer verlässlichen Förderung von umweltfreundlicher Nahmobilität einsetzen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir diese Resolution gemeinsam verabschieden und hiermit die Bedeutung des STADTRADELNS für unsere Stadt und alle hessischen Kommunen unterstreichen.
Für die Fraktion B90/Die Grünen
Volker Schalle
Am 18. und 19.07.2026 haben wir eine Radtour nach Seligenstadt am Main unternommen.
Hierbei konnten wir uns von dem guten und fast durchgehenden Ausbau des Rad- und Fußweges
entlang des Mainufers überzeugen. Der Weg ist inzwischen durchgängig ausgebaut. Nur entlang des
Industrieparks Höchst ist es erforderliche eine kleine Umfahrung vorzunehmen. Darüber hinaus ist
die Strecke entlang des Flusslaufes durchgehend flach. Die einzigen Erhebungen sind Brücken
sowie sonstigen Umfahrungen geschuldet.
Somit konnten bei gemäßigten Temperaturen eine entspannte Tour und ein ebensolches Wochenende
genießen.
Die Strecke zwischen Raunheim und Seligenstadt beträgt rund 60 Kilometer und kann aufgrund
ihres guten Ausbaus und ihrer geringen Höhenunterschiede sehr empfohlen werden. Die Tatsache,
dass auf dem Weg mehrere große Städte liegen, führt dazu, dass es ausreichend Möglichkeiten für
eine kurze Pause mit einem Kaffee oder einem kühlen Getränk gibt. Es gibt aber auch ausreichend
Freiflächen, die sich für einen Zwischenstopp anbieten.
Allen, die jetzt Lust bekommen haben, dem wirklich sehenswerten Seligenstadt am Main einen
Besuch mit dem Fahrrad abzustatten, wünschen wir viel Spaß und eine gute Fahrt!
Die trockenen und niederschlagsarmen Sommer 2022 und 2023 führten zu einem
Sauerstoffmangel in Gewässern und somit zu einem Fischsterben. Am 14.03.2024 wurde
von der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung der
Stadt Raunheim der Prüfauftrag eingebracht, eine Behandlung der Lachebecken zum
Schlammabbau mit Bakterienstämmen zu prüfen.
Diesem Antrag wurde zugestimmt und in Folge Ende August dann als Pilotprojekt das
Lachebecken A mit einem sogenannten „Nano-Bubbler“, einem Belüftungsgerät für
Teichanlagen ausgerüstet. Dieses sollte verhindern, dass der Sauerstoffgehalt der
Teichanlage soweit fällt, das es zu weiterem Fischsterben und zum sogenannten „Kippen“
des Gewässers führt.
Anfang September 2024 wurden dann erstmals Bakterienkulturen in das Becken
eingelassen, um hier für eine deutliche Reduzierung der Schlammmenge zu sorgen und
somit die Wasserqualität zu verbessern.
Erste Prüfungen 2025 haben im Ergebnis gezeigt, das das Projekt „Teichentschlammung mit
Bakterienkulturen“ den gewünschten Erfolg gebracht haben. Diese Art der
Teichentschlammung ist nicht nur kostengünstiger als eine Entschlammung mit Bagger, sie
ist auch umweltfreundlicher.
Nachdem das Pilotprojekt erfolgreich war, freuen wir uns, dass auch die Lachebecken im
Bereich der Anne-Frank-Schule mit der Bakterienkulturen und Belüftungsgeräten
ausgerüstet wurden und somit den selben Qualitätsstandart wie das Lachebecken A haben.
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